Samstag, 20. Mai 2017

Cat Clarke: Falsche Schwestern

Ihr Lieben,

Ich habe vor einiger Zeit vom Fischer FJB Verlag ein Buch zugeschickt bekommen, welches sehr vielversprechend klang und so einige Blogger in Begeisterung versetzt hat.
Warum es mich nicht überzeugen konnte, erkläre ich euch jetzt.




Broschiert: 400 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (25. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841402259
ISBN-13: 978-3841402257
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren



Faith kennt ihre Schwester Laurel eigentlich nur von einem Foto. Ein lächelndes sechsjähriges Mädchen, das eines Tages spurlos aus dem Garten verschwand. Für Faith Familie beginnt ein Albtraum: Angst, Kummer, Pressekonferenzen, großangelegte Polizeisuche und Paparazzi. Doch dann, mehr als 13 Jahre später kommt ein Anruf. Eine junge Frau ist aufgetaucht. Und sie hat Laurels Teddy im Arm. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen: Endlich hat Faith ihre große Schwester zurück. Dann aber schlägt ihre Freude um. Irgendetwas fühlt sich verdammt falsch an … In Faith wächst ein schrecklicher Verdacht.
Stell dir vor, du hast deine Schwester verloren. Kidnapping. Seit der Entführung vergehen deine Eltern vor Kummer. Das Loch, das deine Schwester in der Familie hinterlassen hat, ist immer schmerzhaft präsent. Alles fällt auseinander.
Stell dir vor, deine Schwester taucht plötzlich wieder auf. 13 Jahre später! Bei deinen Eltern ist die Freude riesig. Alle scheinen glücklich, aber sie drängt sich so in den Mittelpunkt, dass für dich kein Platz mehr in der Familie ist. Sogar deinen Freund spannt sie dir aus.
Doch dann passiert etwas, das alles verändert.





Faith ist in dem Wissen aufgewachsen, dass ihre ältere Schwester Laurel entführt wurde, in ihrem täglichen Leben ist das Thema stets präsent, besonders, weil ihre Eltern weiterhin viel Geld darin  investieren, dass Laurel gefunden wird, obwohl die Chancen schlecht stehen.
Doch eines Tages wird sie gefunden und auf einmal steht Faith's Leben Kopf, die Schwester die immer präsent war und auch wieder nicht ist wieder da und rückt die Familie in das Interesse der Öffentlichkeit, so sehr, dass Faith schnell Zweifel kommen ob das wirklich ihre Schwester sein soll.
Ich hatte mir sehr viel von diesem Buch erhofft, der Klappentext versprach eine interessante Geschichte Über den Alltag einer Familie, die durch die Hölle gegangen ist.
Aber ich wurde enttäuscht.
Der Schreibstil aus der Sicht von Faith, die fast 17 Jahre alt ist, ist so kindisch und abgehackt, dass man den Eindruck erhält sie seie deutlich jünger.
Dieser Eindruck zieht sich durch das gesamte Buch, was es für mich sehr schwer gemacht hat, der Geschichte zu folgen.
Auch habe ich vergebens auf den Plot-twist gewartet, in dem Laurel sich gegen Faith wendet, doch als der dann sehr verspätet kam, merkte ich schnell wie deutlich überzogen dieser war, die angeblichen Freunde die ausgespannt wurden, suchte ich vergeblich und was Faiths Beziehung angeht, so war auch diese nicht mit dem Wort "ausspannen" zu bezeichnen.
Auch haben mich die Charaktere der Eltern sehr genervt, ganz besonders die Mutter war psychisch recht labil und hatte immer den Eindruck vermittelt, dass sie weder die Scheidung noch die Entführung verkraftet hat. Faith wurde von ihr immer mit weniger Interesse und Aufmerksamkeit behandelt, ganz besonders als Laurel wieder auftaucht, auch blenden beide Eltern ab diesem Zeitpunkt völlig Faiths Gefühle aus, was mich sehr wütend machte.
Einzig der Lebensgefährte von Faiths Vater hat sich wirklich für sie interessiert und ihr die Zuwendung gegeben die sie benötigte.
Wenn wir schon bei den Charakteren sind, so muss ich auch die Protagonistin kritisieren, sie hat mich stellenweise mit ihrem Verhalten etwas geärgert, da ich das Gefühl hatte, sie verhielte sich wie ein Kleinkind.
Schlussendlich war das Buch recht eintönig und voraussehbar, was das Lesen für mich nicht unbedingt leicht gemacht hat.



Wer von euch hat das Buch gelesen? Wie hat es euch gefallen? 
Schreibt es mir in die Kommentare!


xoxo,

eure Rachel 





Dienstag, 2. Mai 2017

Jeder Jeck is anders-Weshalb nicht festgelegt werden sollte welche Bücher moralisch vertretbar sind..

Ihr Lieben,

In der letzten Zeit, spalten Beiträge über bestimmte Autoren und Bücher die Lesewelt.
Ich habe mich bislang rausgehalten, da ich die Werke, die im Kreuzfeuer der Kritik standen nicht gelesen habe.
Doch weshalb ich mich jetzt erst zu Wort melde, verdanke ich Jacquelin, denn ihr Beitrag war so gut, dass ich selbst Redebedarf hatte.
Wie die meisten von euch wissen, stamme ich aus Köln, hier gibt es einen wundervollen Spruch, den ich jetzt gerne zitieren würde, da er meine Meinung wunderbar auf den Punkt bringt.






....und das sind auch Geschmäcker! Was haben wir Buchblogger und Bücherliebhaber uns doch aufgeregt über die herablassenden Artikel einiger Feuilletons, in denen über unsere Vorlieben auf herablassende Weise geurteilt wurde.
Es hieß, dass wir anspruchslose Werke bevorzugen, dass wir stattdessen lieber "richtige" Literatur lesen sollen.
Damals, haben wir gemeinsam diesen Leuten unsere Liebe nicht schlecht reden lassen.
Nun frage ich mich, wie es geschehen konnte, dass wir uns untereinander für die Bücher die wir lesen auf das Schärfste verurteilen?
Warum auf einmal aus unseren eigenen Reihen, Leute entscheiden sich zu Moralaposteln aufzuschwingen und beginnen erfolgreiche Bücher auseinander zu pflücken, geleitet von dem Verlangen den scheinbar verirrten Seelen, die sich freiwillig gewisse Bücher antun, zu beweisen, welchen Schund wir in den Himmel loben.

Versteht mich nicht falsch, auch ich bin alles andere als begeistert, wie in einigen Romanen die Geschlechterverteilung ist und dass die weibliche Protagonistin immer einem bestimmten Muster entspricht, aber ich bin auch der Meinung, dass man die Kirche auch mal im Dorf lassen sollte.
Dass in der Lux Reihe, die ich im Übrigen aus mehren Gründen nicht mag, Daemon Katy als "dumme Nuss" bezeichnet hat und damit offenbar davon kommt, ist völlig aus dem Kontext gerissen und dabei noch mal ordentlich überdramatisiert worden. 






Die Bücher, die diese Moralapostel so schockieren sind in erster Linie eines: Fiktion.
Ja, einige von ihnen vermitteln Werte, andere jedoch dienen schlicht und ergreifend der Unterhaltung.
Jedoch machen die meisten Autoren deutlich, was sie mit ihren Werken erreichen wollten.
Um auf ein anderes zurzeit sehr umstrittenes Thema zu kommen, würde ich gerne Jay Asher, den Autor von "Tote Mädchen lügen nicht", welches auch zu einer Serie verfilmt wurde, als Beispiel nennen. Er wollte in seinem Werk die Menschen darauf aufmerksam machen, wie stark wir einander mit einzelnen Worten und Taten verletzten können, sogar so sehr, dass Menschen  den Suizid als den einzigen Ausweg sehen. Diese Thematik ist nicht gerade leicht zu verdauen, weswegen einige Menschen sich nicht in der Verfassung sehen, dieses Buch zu lesen, was auch vollkommen vertretbar ist.
Genau so halte ich es mit Büchern, von denen ich weiß, dass ich sie nicht mögen werde.
Ich lese sie nicht und ich erlaube mir auch kein Urteil darüber. So sollten es die Meisten halten und vorallem aufhören, Dingen ein Übermaß an Bedeutung zukommen zu lassen, wo es dieser nicht bedarf.
Bücher wie After oder Shades of Grey dienen der Unterhaltung, die Umsetzung dieser kann gerne kritisiert werden, aber die Feminismus und Moral Keule schwingend diese Bücher auseinander zu nehmen ist in meinen Augen genau so sinnvoll, wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Es wird niemandem geschadet und solange bei Rezensionen und Leseempfehlungen lediglich die Absicht dahinter steht, einen Lesegenuss zu teilen und nicht gewisse Dinge zu idealisieren, sollten einige von ihrem hohen Ross hinunter steigen und den Kreuzzug gegen die vermeintlich rassistische, homophobe, frauenfeindliche und schlussendlich nur schrecklich verwerfliche, Thematik, in einigen Büchern, aufgeben.
Denn es sollte jeder das lesen sollen und dürfen was derjenige möchte.



xoxo,

eure Rachel